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Innerhalb einer Schriftenreihe, welche die Beziehungen zwischen Arzt und Seelsorge behandelt und sich schon in zwei vorausgehenden Heften kritisch mit der Analyse auseinandergesetzt hat, erhält nun Müller-Braunschweig als einer ihrer Vertreter das Wort. Der Versuch, das Verhältnis der Psychoanalyse zu Ethik, Religion und Seelsorge auf beschränktem Raum Lesern klarzustellen, welche mit der theoretischen und praktischen Psychoanalyse nicht
vertraut sind, ist sicherlich ein Wagnis. Man kann nicht behaupten, daß es dem Autor restlos gelungen ist. Uneingeschränktes Lob verdient nur die trotz ihrer Kürze besonders klare Darstellung der Libidotheorie, der analytischen Prozesse, der Entwicklungsgeschichte und der Funktionen des Über-Ichs und des Gewissens. Hier tritt wie in anderen Arbeiten die besondere Begabung Müller-Braunschweigs zur scharfen, begrifflichen Fassung und Darstellung komplizierter Relationen hervor. Unser Widerspruch erwacht aber sofort, wenn der Autor beteuert, daß die Psychoanalyse, weit entfernt, den religiösen Glauben zu schädigen, geeignet ist, „ihn in seiner Ursprünglichkeit und Unantastbarkeit nur noch reiner hervortreten zu lassen und daß die Psychoanalyse, trotzdem sie als Wissenschaft sich auf einer ganz anderen Ebene befindet als die Religion, sozusagen latent ganz entsprechend ihrer Richtung auf die Gesamtpersönlichkeit die Linien der religiösen Struktur in sich enthält oder vorsichtiger: in der Form und Ausdrucksweise einer empirischen Wissenschaft gleichsam wider spiegelt” (S. 6). Müller-Braunschweig legt das persönliche Bekenntnis ab, daß ihm „das Gebilde der Psychoanalyse als ein religiöses imponiert“; findet, daß der Glaube an den Sieg des Guten Religion und Psychoanalyse gemeinsam sei, und behauptet charakteristisch, religiöse Züge in den Grundhaltungen der Psychoanalyse wiederzuerkennen. Der Referent legt das persönliche Bekenntnis ab, daß ihm das Gebilde der Psychoanalyse unter anderem auch deshalb imponiert, weil es sich von aller Re