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Ein Ereignis, das heute unter dem Namen Konfirmation oder Firmung für unsere heranwachsende Jugend im allgemeinen keine tiefere Bedeutung mehr besitzt: der Übergang vom Kinde zum geschlechtsreifen, sozial vollwertigen Menschen, kann auf einer niedrigeren Stufe der Kultur in seiner Wichtigkeit für das Leben des Einzelnen schwerlich überschätzt werden. Vermag man doch ruhig zu behaupten, daß der primitive Mensch Geburt, Heirat und Tod als weniger bedeutsame „Schwellen“ ereignisse betrachtet. Diese hohe Bewertung durch den Primitiven drückt sich auf sinnfällige Weise in der über die ganze Welt verbreiteten Einrichtung der Pubertätszeremonien aus. Es lassen sich aber nicht nur in den auf das nämliche Geschlecht bezüglichen Bräuchen geographisch weit voneinander entfernter Völker, sondern auch in den Bräuchen der Knaben und Mädchen eines und desselben Stammes gemeinsame Züge aufdecken, die als Ausdrucksformen einer allgemein-menschlichen, dem Unbewußten angehörenden Reaktion auf die Erlangung der Geschlechtsreife angesehen werden müssen.
Erst der psychoanalytischen Forschung blieb es Vorbehalten, den tieferen Sinn dieser Bräuche aufzuklären, über die J. G. Frazer2 einige Jahre vorher folgendes geschrieben hatte: „We may hope that a more exact acquaintance with savage modes of thought will in time disclose this central