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Vorangestellt seien zwei Sätze aus der Arbeit von Dr. R. Sterba, „Analyse der Gotik“, veröffentlicht in der Sondernummer der Imago „über die bildenden Künste“ (X. Rd., Heft 4):
„Übrigens hat mit der Beendigung der Gotik die Bedeutung der Architektur überhaupt wesentlich abgenommen, und in unserer Zeit ist eigentlich ein allgemeines Raumempfinden, wie es für den Menschen des gotischen Zeitalters angenommen werden muß, nicht auffindbar.“
„Daß unsere Zeit eigentlich ohne architektonischen Stil ihr Auskommen findet, erklärt sich aus einer merkwürdigen Verlegung der psychischen Valenz, die früher der Architektur zukam, auf eine andre Kunstgattung, auf die Musik.“
Die Tatsache ist betrüblich, aber gewiß nicht wegzuleugnen, daß das Publikum den Werken des Architekten mit einer nie dagewesenen Indolenz, Verständnis- und Interesselosigkeit gegenübersteht. Literaturgeschichte ist Schulgegenstand, jedes Mädchen ohne Gehör lernt Klavierspielen, man rennt allenfalls in Gemäldeausstellungen, aber die Verunzierung der Städte überläßt man dem Fachmann und kümmert sich keinen Deut um die Wohnung, in der man sein Leben verbringen muß.2
Daraus auf einen Mangel an Raumempfinden zu schließen, scheint aber gewagt. Näher liegt der Schluß, daß weltfremd gewordene akademische Architekten dem Publikum eine Kunst präsentieren, die ihm nicht mehr gefallen kann, weil ihre Symbole ihre befriedigende Kraft verloren haben.