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Die umfangreichen Tagebücher eines Knaben von der Mitte seines zwölften bis zum vollendeten fünfzehnten Jahre werden in reichlichen Auszügen, vom personalistischen Standpunkt geordnet und — gelegentlich — gedeutet. „Es soll die wesentliche Struktur der Phase persönlichen Lebens, die wir frühe Pubertät nennen, an einem konkreten Beispiel zur Darstellung kommen“ (3). Das Material ist vielseitig und von beträchtlichem psychoanalytischen Interesse; um so mehr, als das Tagebuch aus den Jahren 1884/86 stammt, sich also einige Parallelen zwischen heutiger und damaliger Jugend aufdrängen. Die minimale Relevanz der Kulturunterschiede für die wesentlichen Strukturbestandteile eines Pubertätstyps wird hiebei deutlich. Bedauerlich ist, daß bloß, von einem bestimmten Bearbeitungsgesichtspunkt gewertete, Auszüge geboten sind. Die vollständige Publikation hätte Nachprüfung und Verwertung des wertvollen Stoffes von anderen Gesichtspunkten aus ermöglicht. Sehr dankenswert hingegen ist, daß Stern — im Gegensatz zu den Bühlerschen Tagebuchveröffentlichungen — ausführliche biographische Daten über den Tagebuchschreiber und dessen Bemerkungen (von 1924) zu seinem Tagebuch bietet. Hiebei wird festgestellt: „Es gab auch solche (Tagebuchnotizen), die mich geradezu überraschten. Sie waren völlig vergessen und verschollen… Bei diesem unberechenbaren Spiel der Erinnerung ist nicht etwa die Wichtigkeit der allein entscheidende Auslesefaktor. Ein so aufregendes Erlebnis wie der Selbstmord eines mir bekannten Knaben gehörte zu dem ganz Vergessenen (vielleicht liegt hier eine Verdrängung vor?)“ (6). Leider ist solche — im Buch mehrfach gegebene — Bestätigung der Verdrängungslehre für Stern kein Anlaß, der Tatsache der Verdrängung in seinen personalistisch-psychologischen Deutungen ernsthaft Berücksichtigung zu gewähren. Sehr entschieden und unseres Erachtens sehr richtig betont Stern, daß Tagebücher nicht als „direkte Wiedergaben des wirklichen seelischen Erlebens zu werten sind. Auch hier muß ge