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I. Jahrgang, Heft 2 (November 1926).
Die Meng-Schneidersehe Zeitschrift setzt in ihrem zweiten Heft ihr Programm fort, durch allgemeinverständliche Beiträge das Interesse der Pädagogen für psychoanalytische Forschungen zu erwecken. Am meisten interessiert eine Arbeit von Jacoby: „Muß es Unmusikalische geben?“, in der der Autor
in sehr einleuchtender Weise klarzumachen sucht, daß der „Unmusikalische“ — wie auch der „Unkünstlerische“ im allgemeinen — nicht an einem Mangel an Begabung (an Fähigkeiten) leidet, sondern an Hemmungen, die er aus unbewußten Motiven seinen Fähigkeiten entgegensetzt, ein Gesichtspunkt, den seinerzeit Bernfeld in einer kleinen Arbeit vertreten hat und den auch sonst psychoanalytische Erfahrung durchaus bestätigt. Auch Jacoby spricht aus Erfahrung (wenn auch nicht aus psychoanalytischer), wenn er sagt, „daß alle sogenannte Unbegabtheit … Ursachen haben kann, die der Korrektur zugänglich sind“. Daneben weckt die von Furrer mitgeteilte Analyse eines fünfzehnjährigen Mädchens Interesse, bei der es durch Aufdeckung des Ödipuskomplexes gelang, die ungemein trotzige, fast als „moral insanity imponierende Patientin in ein sozial völlig angepaßtes junges Mädchen zu verwandeln. — Ein Kapitel aus dem demnächst erscheinenden Buche „Die Befreiung des Kindes“ von Wittels wird abgedruckt, in dem die ursprüngliche Triebhaftigkeit des Kindes, die archaischere Natur alles Affektiven gegenüber allem Intellektuellen dargelegt wird. — Liertz (Homburg) beginnt eine Artikelserie „Über das Traumleben“, die zwar durchaus auf Freudschem Standpunkt steht, aber es für nötig hält, aus Gründen der Gemeinverständlichkeit statt „assoziativ „gedanken-reihlich“, statt „manifester Trauminhalt“ „geoffenbarter Trauminhalt“ und statt „Psychoanalyse“ und „psychoanalytisch“, „Seelenaufschließung“ und „seelenaufschließend“ zu sagen. — Meng begründet in einem „Gespräch mit einer Mutter“ die Notwendigkeit, die Schlafzimmer der Eltern und Kinder zu trennen.
I. Jahrgang, Heft 3 (Dezember