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Die Tatsache, die der Autor dieser Arbeit einleitend erwähnt, daß eine erziehungswissenschaftliche Untersuchung über die Disziplin in Erziehungsanstalten bisher noch nicht vorliegt, ist geeignet, wieder einmal zu demonstrieren, wie wenig die praktische Erziehungstätigkeit (nach Bernfeld „Pädagogie“) mit Grundsätzen der Wissenschaft („Pädagogik“), wie sehr mit solchen des Affektes arbeitet. Soll eine solche Untersuchung erfolgreich sein, so setzt sie allerdings eine tiefe Kenntnis sowohl der soziologischen Fakten als auch der Kinder- und Jugendpsychologie — d. h. der Psychoanalyse — voraus, die nicht vielen pädagogischen Autoren so wie Bernfeld eigen sein dürften. Bernfeld geht so vor, daß er erst eine Deskription der heute üblichen Disziplinformen zu geben versucht, um dann erst die Frage nach ihren spezifischen Wirkungen zu stellen. Die Deskription verlangt wieder als Vorarbeit die deskriptive Untersuchung der Vorbilder, deren sich die Disziplinformen bedienen: der Ordnung im Haushalt (familielle), in der Kaserne (militärische), in der Republik (demrokratischbureau-kratische), in der Fabrik (industrielle), in der Lernschule (didaktische Disziplinform). Alle diese Ordnungen werden soziologisch und psychologisch klar charakterisiert. In den Erziehungsanstalten gibt es fast nur verschiedene Kombinationen dieser Vorbilder, am häufigsten Mischungen der militärischen und der familiellen, eventuell auch der demokratischen Formen. Kompliziert wird der Sachverhalt