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Das schweizerische Lötschental hat einer transalpinen Bahn von europäischem Rufe den Namen gegeben, der Lötschbergbahn, die die Verbindung: zwischen Deutschland und Italien auf kürzestem Wege ermöglicht. Vor der Erbauung dieses Verkehrsstranges mit seinem vierzehneinhalb Kilometer langen Tunnel blieb Lötschen als hochgelegenes Seitental des Wallis, das man nur auf einem schmalen Bergpfade und im besten Falle mit einem Maultier erreichen konnte, völlig unbekannt. In seiner Abgeschlossenheit und Unberührtheit blieben in ihm allerlei alte Bräuche, die an diejenigen der Primitiven erinnern, in ihrer Ursprünglichkeit erhalten, und es gelang auch der katholischen Kirche nicht, sie dauernd auszurotten. Unter ihnen finden die Ethnologen, insbesondere Rütimeier,1 die Maskenbräuche als von „der wildesten Art“ und als Überreste einer Kulturschicht, an die nur noch die Fastnachtsgebräuche, die Perditelläufe2 in den bayrischen und österreichischen Alpenländern, dem Pongau und Pintschgau, in der Schweiz der Silvestermummenschanz im bernischen Mittellande, der Weihnachtsumzüge im aargauischen Wittwil, die Klausläufe im Zürcher und St.-Galler Oberland und im Kanton Appenzell und das „Achetringele“3 in Laupen und Wieden (Bern) in Andeutungen erinnern.
Im Lötschentaler Masken brauch der „Roichtschäggeten“ (d.h. „Rauchgescheckte“) ist neben anderem völkerpsychologischen Materiale ein Befruchtungszauber