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Die Wahrnehmung einer Ahnung bildet eine bemerkenswerte psychologische Tatsache, deren Studium einiges Licht auf den Mechanismus des Unbewußten weifen kann. Es handelt sich vor allem darum, genau festzustellen, in welchem Sinne wir das Wort Ahnung gebrauchen.
Die Ahnung ist nicht bloß der Vorbote eines gegenwärtigen oder zukünftigen Ereignisses, Der Physiker, der beim Studium einer Kurve eine Naturerscheinung voraussieht, der Ingenieur, der auf den Bruch einer Kanalisierung schließt aus dem Druck, den sie aushält und dem Widerstand, den sie besitzt, der Astronom, der eine Finsternis vorausberechnet, der Arzt, der die Heilung oder den Tod eines Kranken aus einem bestimmten Symptomenkomplex vorhersagt, selbst der Beobachter, der einen kalten Winter infolge gewisser meteorologischer und natürlicher Feststellungen ankündigt, nehmen keineswegs ihre Zuflucht zu Ahnungen, ebensowenig wie der Bankier, der auf bestimmte Kursschwankungen spekuliert, gemäß der Strömung der politischen Meinung, und der Spieler, der die Chancen eines Pferdes abschätzt. In allen diesen Fällen handelt es sich um logische Schlußfolgerungen aus einer durchdachten Abschätzung der im Spiel befindlichen Faktoren, und diese Schlußfolgerung erscheint als eine Wahrscheinlichkeit, die auf intellektuellem Wege gefunden wurde.
Anderseits unternimmt jemand z. B. einen Schritt, von dem seine Stellung abhängen soll und beim Anlangen tut er einen Fehltritt: sogleich kann sich die Idee seinem Bewußtsein aufdrängen, daß sein Unternehmen Mißerfolg haben wird. Vergebens wird ihm die Vernunft beweisen, daß sich die Dinge aufs beste anlassen und daß keine wie immer geartete Gefahr vorhanden