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Die Arbeit bespricht die Gefährlichkeit von Kindern gegenüber geäußerten Kastrationsdrohungen in der Hoffnung, ein klein wenig zur Vermeidung solcher Drohungen beitragen zu können. Der Autor selbst glaubte lange nicht an die Existenz eines Kastrationskomplexes. Bei Anwendung seiner Methode der Selbstanalyse (Referat siehe diese Zeitschrift, Bd. XII, S. 114) fand er zu seiner Überraschung die Erinnerung an vergessene schwere Kastrationsdrohungen seiner frühen Kindheit (Referat siehe diese Zeitschrift, Bd. XI, S. 245). Farrow teilt Lesern ohne entsprechende Erfahrungen die ganzen Lebenskonsequenzen der so entstehenden Angst mit, die ja, weil verdrängt, keiner späteren nichtanalytischen Korrektur zugänglich ist. — Er meint, daß Frauen viel häufiger solche Drohungen aussprechen als Männer. Als prophylaktische Maßnahmen schlägt er vor, alle Eltern vor dem Aussprechen solcher Drohungen zu warnen, Kinder, wenn möglich, mit Fremden, besonders mit unverheirateten Frauen, überhaupt nicht allein zu lassen und den Kindern selbst zu sagen, sie sollten vor Fremden nicht exhibieren und keinem, der mit Abschneiden drohe, glauben. Gegen den Einwand, die Bedeutung der Drohungen sei nicht so groß, weil der Kastrationskomplex sich auch ohne solche aus phylogenetischen Gründen etabliere, meint Farrow, daß die Wirkungen von Drohungen der Intensität nach ganz andere seien als die einer Verschiebung oraler und analer Verlusterfahrungen auf Penisphantasien; die Differenz sei so groß, daß Farrow es für unzweckmäßig hält, beide Erscheinungen mit demselben Namen zu belegen. Er teilt noch Beispiele dafür mit, wie die Kastrationsangst seelische „blinde Flecke“ setzen kann und beruft sich unter anderem auf Simmels Arbeit über „eine Deckerinnerung in statu nascendi“ (diese Zeitschrift, Bd. XI, S. 77). Jeder Psychoanalytiker wird dem Autor darin beipflichten, daß Kastrationsdrohungen vermieden werden sollten, aber leider auch darin, daß die Kastrationskomplexe der Erwachsenen schon dafür sorgen wer