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Obschon der Verfasser mit viel Umsicht all den akzidentellen Einflüssen zur Bildung fehlerhafter Charaktere nachgeht, so muß ihm doch der Vorwurf gemacht werden, daß er sie zu sehr als vom Prinzip des „Willens zur Macht“ beherrscht sieht und die eigentlichen Triebkomponenten zu wenig beachtet.
Trotzdem Baege anerkennt, daß die Psychoanalyse „äußerst wertvoll für die praktische Erziehung ist, weil sie Verständnis schafft für die Geheimnisse der unterschwelligen Regionen“, so trägt er doch der Tatsache, daß alle Charakterfehler den größten Antrieb zu ihrer Wucherung aus dem Unbewußten erhalten und folglich auch nur durch entsprechende Beeinflussung des Unbewußten korrigiert werden können, zu wenig Rechnung.
Graber (Bern)