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Verfasser hat über ein Jahr lang „sorgfältige Beobachtungen“ an einer Volksschulklasse mit fünfunddreißig durchschnittlich, elfjährigen Knaben „sowohl im Unterricht wie in den Pausen und nach Möglichkeit auch außerhalb der Schule studiert, wobei planmäßige Maßnahmen, wie Wechsel der Sitzordnung, Aufsatzlernen, Spielanregung unauffällig die Arbeit unterstützten“. Die festgestellten Sachverhalte verdienen Interesse. Die Bildung einer festen Rangordnung unter den Schülern, ihre Gruppierung um Führer, das typische Verhalten der Rangobersten und Ranguntersten untereinander, die Qualitäten der Führer — dies alles wird durch die systematische Bearbeitung der gemachten Beobachtungen plastisch herausgearbeitet. Die Ergebnisse entsprechen im wesentlichen den Befunden, die Hoffer [Bernfeld, Vom Gemeinschaftsleben der Jugend] beschrieb — eine Arbeit, die übrigens dem Verfasser entgangen zu sein scheint. Die Deutungen, gänzlich auf Adlers Lehre vom Drang „nach oben“ aufgebaut, vermögen das beigebrachte Material nicht zu bewältigen; wenn sie auch jeweils ein Stück weit reichen. Vergessen hat der Verfasser seine eigene Rolle — als Klassenlehrer der beobachteten Kinder — bei der Gruppenbildung zu erfassen und in Rechnung zu stellen; der Vernachlässigung dieses wichtigen Faktors dankt er die Möglichkeit, die libidinösen Fundamente der Gruppe nicht sehen zu müssen.
Bernfeld (Berlin)