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Diese Neuauflage rühmt sich im Vorwort, trotz aller seit der ersten Ausgabe dieses Werkes erschienenen Arbeiten über denselben Gegenstand nach wie vor die vollständigste zu sein und leitet daraus das Recht her, unverändert zu erscheinen.
Es könnte als verfehlt angesehen werden, vom psychoanalytischen Standpunkt aus zu den psychologischen Problemen Stellung zu nehmen, die aus der Beschäftigung mit der Handschriftdeutung erwachsen; verzichten wir doch darauf, uns systematisch mit der Analyse der Ausdrucksbewegungen als solcher zu befassen; aber anderseits leitet sich das Recht zu einer Kritik her von der Gleichheit des Endziels jeder am Individuum orientierten Psychologie: Der Erfassung der Gesamtpersönlichkeit.
In bezug auf dieses Ziel begeht Klages einen heuristischen Fehlgriff, der ihn von vornherein in eine Sackgasse führen mußte: Statt daß er seine Theorienbildung an die Erscheinungen anlehnt, jederzeit bereit, sie an neuen Erfahrungen zu modifizieren, tritt er an jene mit einer metaphysisch rationalisierten ethischen Wertung heran.
Nirgends zeigt sich die Gefahr solchen Vorgehens deutlicher als in der vorliegenden Schrift, die sich am unmittelbarsten von allen Klagesschen Arbeiten mit den Erscheinungen auseinandersetzt.
Aber es ist geboten, bevor wir auf diese Gefahren zu reden kommen, die Vorteile zu erwähnen, die die Graphologie der Klagesschen Methodik verdankt. Es ist ihm unzweifelhaft als Erstem gelungen, die vollkommen unsystematisierte Zeichendeuterei unter einem brauchbaren psychologischen Gesichtspunkt zu ordnen.
Dieser Brauchbarkeit aber sind Grenzen gesteckt: Der Angelpunkt der Klagesschen Graphologie ist das „Formniveau“. Der Schriftdeuter ist gehalten, zu allererst dieses festzustellen, d. h. festzustellen, in welchem Grade das