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Diese Arbeit rollt einen Fragenkreis auf, der in der neueren Entwicklungsperiode der Psychologie zu Theorien führte, die unter den Schlagworten: Analogieschlußtheorie, Einfühlungslehre und neuestens als direkte Wahrnehmungstheorie des Ausdrucks bekannt sind. Es handelt sich hier um das Problem: Wie kommt es, daß wir Gesten und Mimik hei Mitmenschen und Tieren verstehen oder wenigstens zu verstehen glauben, daß in Mimik und Geste uns unmittelbar Zorn, Angst, Freude gegeben sind; auf welche Daten stützt sich dieses Verstehen?
Buistendyk und Plessner packen das Problem von einer neuen Seite an, indem sie die grundlegende Frage stellen: was wird denn eigentlich im Ausdruck des anderen verstanden. Und sie antworten, — diese Antwort klingt zuerst gewiß überraschend, — Psychisches werde im Akt des Verstehens überhaupt nicht getroffen. „Wenn man sagt: Ich sehe ihm an, daß er sich schämt, daß er bereut, wütend ist, sich grämt, so heißt das nicht, daß nur das Sein und die Weise seines Scham-, Reue-, Zorn-, Gramerlebens gegeben ist, sondern nur, daß die spielenden Formen seines Verhaltens gegeben sind, die in bezug zur Umgebung eine bestimmte Haltung festlegen, … dem Verständnisdrang ist Genüge geschehen, wenn in diese abwechselnden Haltungen Zusammenhang kommt und die Einheit der Situation zwischen dem betrachteten Leib und seiner Umgebung im Fortgang des Ganzen gewahrt bleibt. “ Erst das psychologische Verstehen forscht nach den Motiven, fragt nach den seelischen Gründen, die in solchen Entladungen, wie sie uns im Ausdruck unmittelbar entgegentreten, führen könnten. Das primäre, vorwissenschaftliche, im Leben des Tages vorherrschende Ausdrucksverständnis erfaßt nicht mehr als den Sinn, der in Gesten und Mimik aufleuchtet. „Sinn“ bedeutet hier die Bezugsform zwischen den Ausdrucksbildern und der Umwelt. Voraussetzung dieses, wie gesagt vorwissenschaftlichen und spontanen Ausdrucksverstehens ist die Tatsache, daß uns Lebewesen von vornherein — wie die Verfasser es sagen — als „