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Shakespeare hat in sein Drama Richard II. eine merkwürdige Episode eingefügt: Der Herzog von York entdeckt, daß sein Sohn an einer Verschwörung beteiligt war, die den unlängst gestürzten Richard wieder auf den Thron bringen wollte. Er bittet nun den Usurpator Heinrich IV., seinen Sohn töten zu lassen. — Der Herzog selbst hatte aber vorher seinen Herrn Richard verraten, an seinem Sturz mitgewirkt und Heinrich auf den Thron verholfen. — Taylor deckt nun in sehr überzeugender Analyse die Motive für das unmenschliche Verhalten des Vaters auf: Er hat das ganze Schuldgefühl, das in ihm wegen seines Verrats an Richard wirksam ist, auf den Sohn projiziert, an dem er sein eigenes Verbrechen bestrafen kann, ohne sich bewußt zu machen, daß es sein eigenes Verbrechen ist, das zur Bestrafung kommt.
Fenichel (Berlin)