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Stark von Kretschmer und Freud beeinflußt, darf Rieses Buch als eine gute populäre Arbeit bezeichnet werden. Man erhält wertvolle Aufschlüsse über Erbmasse, innere Sekretion, traumatische Wandlungen, Anlage und Umwelteinflüsse.
Auch die Ausführungen im zweiten Teil des Buches über Schädigungen (Gifte, Alkohol Prostitution Heilswirkungen („Schicksalsbildende Kraft der Psychoanalyse“), Körperkultur, rhythmische Gymnastik, Ernährung sind für die breite Masse sehr aufschlußreich.
Zur Psychoanalyse hat der Verfasser eine eigenartige Einstellung. Man gewinnt den Eindruck, daß er ihr eigentlich mehr zugetan ist und mehr von ihr übernommen hat, als er selber weiß. Er widmet ihr ein eigenes Kapitel und betitelt es: „Psychoanalyse als schicksalsbildende Kraft.“ Er will die Psychoanalyse die ein künstlicher Vorgang an Stelle eines natürlichen bedeute, nur „in Fällen von Krankheit und Lebensunfähigkeit aus krankhafter Ursache“ allgewendet wissen. Den übrigen Lebenskämpfem könne die Psychoanalyse den „Strom der Welt“ nicht ersetzen. — Von diesem Ehrgeiz war die Psychoanalyse auch me besessen. Trotzdem kann sie — wie es übrigens, nach dem Buche zu schließen auch für Riese zutrifft — das „Mitschwimmen“ erleichtern helfen.
Gänzlich fehl geht der Verfasser, wenn er sich gegen die Annahme der infantilen Erotik sträubt, wenn er schimpft, daß man „gar von geschlechtlichen Wünschen des Kindes und seinen Träumen von Geschlechtsverkehr redet und so eine Entzauberung herbeizuführen sucht“, Gerade die vielseitige wissenschaftlich wertvolle Arbeit der Kinderanalytiker bewies in letzter Zeit einwandfrei die Richtigkeit der Freudschen These. Seltsam berührt auch die Idee des Verfassers, es sei „oft genug besser … die seelischen Schädigungen“ zu belassen … „das Verdrängte ruhen zu lassen und den krankmachenden Herd nicht zu berühren … die Lügen des Lebens“ nicht aufzudecken.
Ablehnen müssen wir die Auffassung des Verfassers, „die von der psychoanalytischen Schule vermittelten Einsichten seien aus d