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Unser Denken, so kann es in erster Annäherung heißen, ist zwischen Wahrnehmen und motorischem Handeln ausgespannt. Die Feststellung dieser Grenzpunkte läßt jedoch noch unzählige Möglichkeiten des sich zwischen ihnen abspielenden Verlaufes offen und kann uns kaum die Erklärung der realen Beschränktheit dieser Möglichkeiten, geschweige der Transzendenz des Denkens geben.1 Die Psychoanalyse gibt tatsächlich bezüglich der Spannung des Denkens noch mehr Hilfsbegriffe als die Bestimmung der beiden genannten Grenzpunkte; deskriptiv die Unterscheidung von bewußten und unbewußten Denkvorgängen, topisch die Systeme W-BW, Vbw, Ubw oder, nach der neuen Strukturtheorie, die Seelenteile Ich, Es, Über-Ich. Nach dem letzten Gesichtspunkte wird das Denken eigentlich zwischen der wahrgenommenen Außenwelt, der unbewußten triebhaften Innenwelt und einer teils bewußten, teils unbewußten leitenden Instanz (Ich-Überich) ausgespannt. Die geschichtliche Bedingtheit des Denkens kann sozusagen deduktiv aus diesen Abhängigkeiten des Denkens abgelesen werden. Denn das Ich hat sich ja selbst entwickelt, und zwar seinem Kerne, etwas Wahrnehmungshaftem gemäß, gerade von den Wahrnehmungen aus; das Es trägt in sich das Abbild der onto- und phylogenetischen Triebentwicklung, und das Über-Ich bildet sich aus einer ganz bestimmten Situation, aus der Überwindung des