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Die Schrift macht dem Psychoanalytiker trotz der in ihr bekundeten Intelligenz und formal-kritischen Begabung wenig Vergnügen, denn sie zeigt ihm anderseits zu deutlich die oft nicht anders als gehässig zu nennende Ablehnung, mit der der Verfasser der Psychoanalyse gegenübersteht, und die sein Bemühen um gerechte Kritik immer wieder zunichte macht. Dieser affektiven Ablehnung ist es wohl auch zuzuschreiben, daß seine Kritik vorwiegend eine rein formale, vom Begrifflichen ausgehende ist. Eine solche Kritik ist gegenüber den Ergebnissen mühselig empirischer Forschung immer leicht. Der Versuch, ein großes, neues Tatsachengebiet theoretisch zu erobern, wird, wenn man nicht von vornherein begrifflich konstruktiv vorgehen will, was einer empirischen Wissenschaft nicht ziemt, zunächst immer Einzelergebnisse zeitigen, die widerspruchsvoll aussehen. Der Hinweis auf die Widersprüche allein ist aber kein Einwand gegen die Erkenntnisse und hilft allein auch nicht vorwärts, so sehr er, aber immer nur für den empirisch Eingestellten, anspornend wirken mag. Er macht den echten Forscher auch bescheiden, während der Verfasser mit seiner Fähigkeit, Widersprüche aufzuspüren, eine — um nicht schärfere Ausdrücke zu gebrauchen — oft unerträgliche Anmaßung und Überheblichkeit verbindet.
Verfasser behandelt in drei Kapiteln die psychoanalytische Trieblehre, die psychoanalytische Psychologie und die psychoanalytische Methodik. Die Neurosenlehre schaltet er aus. Er trennt in jedem Kapitel räumlich die „Darstellung“ und die „Kritik“. In der Darstellung oft genau und wörtlich zutreffend, zeigt die darauffolgende Kritik, daß das Dargestellte doch häufig mißverstanden oder schief gesehen ist. Am günstigsten beurteilt Verfasser die Lehre von der Verdrängung, Die wichtigsten Punkte der Traumlehre, die Trieblehre, die Lehre von der infantilen Sexualität, die zentrale Bedeutung der inzestuösen Beziehungen, den „Kastrationskomplex“ lehnt er ab.
Wir wollen im folgenden aus der Fülle der streiflichterart