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Es soll hier kein Referat gegeben werden. Es sei nur festgehalten, was sich nach der wiederholten Lektüre der kleinen Studie an Eindrücken verdichtet hat und was ein aufmerksamer Leser zu ihrer Würdigung und Kritik beitragen kann.
Der Aufsatz „Dostojewski und die Vatertötung“ ist dem Bande der großen Dostojewskiausgabe vorangestellt, der in musterhafter Art die Quellen, Entwürfe und Fragmente zu den Brüdern Karamasoff aneinanderreiht und literarkritisch beleuchtet.1 Dies war gewiß die richtige Stelle für diese Studie, die so überraschende und bedeutsame Aufklärungen über das Leben und Schaffen des Dichters zu geben hat.
In ihren Vorbemerkungen danken die Herausgeber Freud für die „eigens verfaßte, tief eindringende Zergliederung im allgemeinen und der Brüder Karamasoff im besonderen“. Handelt es sich demnach um eine Gelegenheitsarbeit? Ja und nein. Gewiß bot der Anlaß Gelegenheit, lange vorher Gedachtes in eine gemäße Form zu bringen. Ebenso gewiß gab nicht erst diese Gelegenheit Anlaß zu diesen Gedankengängen. Wir begrüßen den Anlaß, der zu solcher schriftlichen Fixierung nötigte, und hätten es doch lieber gesehen, daß sie sich unbeeinflußt von solchen Gelegenheiten ergeben hätte, mit anderen Worten: wenn diese Studie nicht „eigens verfaßt“ worden wäre. Dann wäre, uns allen erwünscht, wohl manches hinzugekommen, was über diesen engen Rahmen hinausging, manches, was sich ihm jetzt nur gezwungen einfügt, hätte in einem weiteren einen größeren Raum beanspruchen dürfen.