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Sind „Identifizierung“ in der Ich-Psychologie der Psychoanalyse (Angleichung an ein anderes Individuum) und „Identität“ in der Denkpsychologie und Logik (ausgesagt von Gegenständen) grundverschiedene Begriffe und befinden wir uns auf einer falschen Fährte, wenn wir beide Begriffe in ein noch so fernes Abhängigkeitsverhältnis setzen wollen? Ist die „Identifizierung“ die Herstellung einer „Identität“ — vielleicht einer „Als-Ob-Identität“ — oder Ausnützung einer bereits bestehenden, ist die „Identität“ das Resultat oder die Vorbedingung einer „Identifizierung“?1 Eine glatte Antwort auf unsere Fragen ist nicht zu erwarten, denn weder der psychoanalytische noch der logische Begriff wird eindeutig verwendet. Die Mehrdeutigkeit des logischen Begriffes „Identität“ vermehrt sich noch, wenn wir die Deutungen des sogenannten Identitätsprinzips heranziehen.
Betrachten wir vorerst die Fälle der psychoanalytischen „Identifizierung“ nach den Gedankengängen von Freud. Freud unterscheidet die Identifizierung, die zur Über-Ich-Bildung führt von derjenigen, welche sich nur im Ich abspielt. In beiden Fällen tritt für ein äußeres Objekt eine Art intrapsychische Stellvertretung ein.