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Wenn das Dichterwort „Leicht beieinander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen“ auch noch so wahr ist, so besitzt der, welcher seinen Tagträumen nachhängt, doch keine so uneingeschränkte Freiheit in seinem luftigen Reich, wie man im ersten Augenblick vielleicht annehmen möchte. Tatsächlich können durch gewisse Ereignisse, die sich in der Realität abspielen, Hemmungen im Phantasieleben eintreten, welche mit großen Leiden für den Phantasierenden verbunden sind, gegen die er sich auf seine Weise zu wehren trachtet, so gut es eben gehen will. So manche Sonderbarkeiten und manche auf den ersten Blick unverständliche Handlungen können, von diesem Standpunkt aus betrachtet, verständlich werden, was im folgenden ausgeführt werden soll. Die Grundlage für diese Erörterungen bilden eine Erzählung von Maupassant, „La Reine Hortense“, und die Novelle „Imago“ von Spitteler, deren Inhalt hier angegeben wird, da er zum Verständnis der weiteren Ausführungen notwendig ist.
In der Novelle „La Reine Hortense“ schildert Maupassant das Schicksal einer alten Jungfer. Man nannte sie in Argenteuil die „Königin“ Hortense, aber niemand wußte, warum. Vielleicht, weil sie energisch sprach, wie ein Offizier, der Befehle erteilt, oder wegen ihrer großen, knochigen Gestalt und ihres gebieterischen Wesens. Vielleicht auch, weil sie ein Volk von Haustieren beherrschte, für die sie aber keinerlei Zärtlichkeit zeigte. „Sie herrschte voll Autorität über ihre Tiere, sie regierte. Sie war in der Tat