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In der theoretischen Arbeit über die Meßbarkeit der Libido [2] hatten wir versucht, die Libido als die freie Energie des Systems Person zu verstehen. Wir machten uns dabei von der Beschreibung der freien Energie als des thermodynamischen Potentials eines Systems frei, indem wir an Boltzmanns Formulierung des Entropiegesetzes anknüpfend, die Libido als durch die Intensitätsdifferenz der beliebigen Energien im Systemdual (“Zentralapparat“ und „Zellen“ = „Körper”) bestimmt ansahen. Es sollte damit ein Präjudiz über die energetische Natur der Libido, vor allem ihre Gleichsetzung mit Wärme einerseits, mit „psychischer“ Energie anderseits vermieden werden. Wir schlugen daher auch den unvorgreiflichen allgemeinen Ausdruck „Potential“ für die freie Energie des Systems Person vor. Theoretisch wäre, wie wir ausführten, die Libido grundsätzlich meßbar, falls sie das Gefälle irgendwelcher Energien zwischen zwei konkreten Systemen wäre. Unser Ansatz zu einer Libidomaßformel beruht auf einer Einheitsfestsetzung vermittels der Bewußtseinsvorgänge, die durch Libidoänderungen hervorgerufen werden.
Da eine praktische Auswertung dieses Ansatzes derzeit noch unabsehbare Schwierigkeiten hindern, entsteht das Bedürfnis, auf dem physiologischen Wege zu einer Sicherung der Arbeitshypothese vom Potential zu gelangen und womöglich das Verhalten eines Faktors dieses Potentials zu bestimmen. Es käme darauf an, festzustellen, welche Arten von Intensitätsdifferenzen