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Die letzten Schriften Freuds sind auch für viele, die sich seine Anhänger nennen, eine Quelle ernster, manchmal peinlicher Verlegenheit geworden. Ihre Einreihung bereitete gewisse Schwierigkeiten, ihre Etikettierung innerhalb der wissenschaftlichen Literatur vollzog sich nicht so glatt als es wünschenswert gewesen wäre. Sie hatten wenig mit den Problemen der Neurosenlehre in jenem engeren Sinne zu tun. Sie waren eher eine besondere Art Erörterung und Kritik der abendländischen Kultur, ein Versuch der Kulturbetrachtung — doch unternommen unter denselben Gesichtspunkten, die früher die psychologische Durchdringung der Psychoneurosen bestimmt hatten. Der entwaffnenden Naivität einiger Kritiker scheint es nun, als sei der Bogen, der von der einen Gruppe der Freudsehen Arbeiten zur anderen führt, die Identität der Person. Er ist eher die einer Persönlichkeit, die gewohnt ist, ihre Gedankenwege bis ans Ende zu gehen.
Nicht nur der Inhalt dieser Probleme, auch die Art ihrer Behandlung mußte ernstes Befremden hervorrufen. Es ist nämlich nicht mehr zu verkennen, daß sich Freud in diesen letzten Schriften subjektiver gibt als in den früheren, daß er etwas von seiner persönlichen Stellung zu den großen Fragen der Zeit und der Zeiten verrät. Gegenüber der nur dem Forschungsobjekt zugewandten, unpersönlichen Haltung früherer Jahre getraut er sich nun der Äußerung eigener Ansichten, die von der Tradition erheblich abweichen. Die Wissenschaft wird gewiß emphatisch erklären.