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Die Zeitschrift des „Bundes der entschiedenen Schulreformer“ bringt in einem der Psychoanalyse gewidmeten Heft eine Anzahl Beiträge von Psychoanalytikern zur Erziehungswissenschaft und -praxis. Sie alle leisten in klarer, Aufrichtigkeit suchender Weise erfreuliche Propagandaarbeit. Während Pfister in seiner bekannten, allzu optimistischen Weise ganz allgemein die Unterschiede zwischen psychoanalytischer und althergebrachter Erziehereinstellung bespricht, zeigt im Gegensatz dazu Behn-Eschenburg die besondere Verwickeltheit aller einschlägigen Probleme: Gewiß tue in vielfacher Beziehung Schulreform not; aber sie genüge nicht, wenn nicht die Erziehung im vorschulpflichtigen Alter sich gleichfalls „reformiere“ und wenn die „Erziehung“ der Erzieher selbst keine andere werde. Um wie viel die Probleme erst noch verwickelter werden, wenn die mit ihnen unlöslich verbundene soziale Problematik mit in die Debatte gezogen wird, wird nicht erörtert. Zulliger untersucht noch einmal voraussetzungslos die Bedeutung, die der Psychoanalyse auch im heutigen Schulbetrieb zukommt. Sie liegt in der neuen Psychologie, die sie dem Lehrer liefert, in der Möglichkeit zur Neurosenprophylaxe, zur Behebung affektiver Schwierigkeiten bei Zögling und Erzieher; besonders wird auch auf die Bedeutung der Massenpsychologie eingegangen, deren Kenntnis dem Lehrer die bewußte Gemeinschaftsförderung erleichtert. Zulliger erhebt die wohl noch utopische Forderung nach Analyse sämtlicher Erzieher.
Andere Autoren untersuchen speziellere Probleme: Rein kasuistisch ist der Beitrag von Ada Müller-Braunschweig über Stottern; in einem eingehender mitgeteilten Fall erwies sich ein Zeigeverbot als das wesentliche Motiv der Neurose. Es kombinierte sich mit einer Verschiebung der Kastrationsangst auf die Zunge und der für das Stottern charakteristischen prägenitalen Fixierung. Mehr theoretischen Charakter haben die Arbeiten von Müller-Braunschweig, der über die Schwierigkeiten der Reinlichkeitsgewöhnung und ihre Bedeu