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Geschlechtlichkeit und Verbrechen sind die mächtigsten, notwendigen, treibenden Kräfte der ganzen Menschheitskultur. Ohne Verbrechen gibt es keine Tugend,
keine Läuterung und keinen Aufstieg. Kunst und Verbrechen erscheinen als wesensverwandte Gebilde, die aus der Sexualität ihren letzten geheimnisvollen Ursprung nehmen und deshalb in ihr wie in einem Spiegel, dem Sinnbild der Prüfung und Wahrheit, sich betrachten lassen und aus ihr als Spiegelbild zurückstrahlen. Alle großen Schaffenden laufen in ihren Schöpfungen, in denen sie immer wieder die Gestaltung von Verbrechen und Sexualität abwandeln müssen, gegen dieses Verbrechen, diese Gesetzlichkeit, gegen die geheiligten Tafeln von einer unergründlichen Urschuld der Menschheit Sturm, kämpfen gegen das irdische Richtertum und seine Gesetze. Es besteht ein deutlicher Drang der Kunst und Künstler, seelische Bedrängnisse aus den Bereichen von Sexualität und Verbrechen abzureagieren.
Man ist nach diesen verheißungsvollen einleitenden Worten des Werkes erstaunt und enttäuscht, wenn der Verfasser den Vertretern der PsA., als deren Vorläufer er Spinoza, Goethe und Hebbel zitiert, vorwirft, mit oft starker Übertreibung den sexuellen Unterton miterklingen zu lassen, in dem unser vielleicht gesamtes, zumal unser unbewußtes Gefühls- und Vorstellungleben schwinge! (S. 264.) Auf der gleichen Seite stellt er das psychologische Gesetz auf: Gedichte, Dramen, Harmonien und Melodien, Skulpturen, Gemälde, technische, kommerzielle und soziale Großtaten, heroische Taten können im Seelenleben des Schaffenden an Stelle unterdrückter, verdrängter Verbrechen stehen. Wulffen betrachtet es als einseitige Einstellung, das präexistente Schuldgefühl aus dem Ödipuskomplex abzuleiten (S. 285); es entspringe der latenten Kriminalität des ganz frühen Menschen. Er vergißt uns aber zu erklären, woher diese stammt. Es ist ganz amüsant, die Welt mit all ihren Emanationen einmal mit den Augen des Staatsanwaltes zu betrachten. Die Fülle des Stoffes hätte