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„Allein er (Freud) betont dabei meines Erachtens zu wenig, daß er … sich bloß auf die europäische christliche Kultur bezieht, der die Versprechungen der Religion nicht mehr glaubwürdig erscheinen … Weder Gesetz noch sittliche Vorschriften im Alten Testament stehen mit den Denkgesetzen in Widerspruch … Das Alte Testament kennt keine Mythologie und keine Symbolik … Dieser Stamm muß eine natürliche Veranlagung zu jener Anschauung gehabt haben, die sich von Anfang an gegen den Polytheismus seiner Umwelt auflehnte … Wir haben uns zu beweisen bemüht, daß die Religion durchaus keine Illusion ist. Mit der Anwendung der Psychoanalyse auf dieselbe scheint uns Freud vielmehr die erhabenste und wunderbarste Konzeption des Geistes in den Dunstkreis alltäglicher Erscheinungen herabgezogen zu haben.“
Medizinalrat Dr. Heinrich Haase: „Religion oder Illusion?“ Eine Auseinandersetzung mit dem jüngsten Buche Professor Sigm. Freuds: „Die Zukunft einer Illusion.“ Wien und Leipzig 1928.
„O Gott, wo find' ich dich? …
Und wo find' ich dich nicht?“
In jener gewaltigen Strafpredigt hält Jesus den Schriftgelehrten und Pharisäern die Heuchelei und Äußerlichkeit ihrer Frömmigkeit vor. Seine Jünger sollten zwar halten, was jene sagen, aber nicht nach ihren Werken tun; denn „alle ihre Werke tun sie nur zur Schau vor den Leuten; sie machen ihre Riemen breit und groß die Quasten“ (Mt. 23, 5). Es ist nicht