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Gegenstand dieser Arbeit1 ist ein französisches Mädchen, das seit Beginn dieses Jahrhunderts in der katholischen Welt einen wachsenden Ruhm genießt.
Thérèse Françoise Martin ist am 2. Januar 1873 geboren. Ihre Eltern waren vermutlich gut bürgerliche Leute; sie waren beide sehr religiös gesinnt und zeigten neurotische Züge. Die Martins hatten neun Kinder, von denen vier im Säuglingsalter starben. Fünf Mädchen blieben am Leben. Marie, die älteste, war vierzehn Jahre älter als Thérèse, die jüngste. Die Mutter starb, als Thérèse viereinhalb Jahre alt war. So wurden ihre älteste Schwester, Marie, und die Zweitälteste Schwester, Pauline, zu Muttervertreterinnen. Sie sorgten für das Kind in jeder Hinsicht mit der größten Zärtlichkeit. Sie gaben ihr auch Unterricht, bis sie in die Klosterschule kam. Geistig war sie ihrem Alter voraus, doch war sie wegen der starken Bindung an die Familienmitglieder zaghaft, nicht gewöhnt zu spielen und daher ohne Freundinnen. Sie war immer sehr viel mit ihrem Vater zusammen, dessen Lieblingstochter sie augenscheinlich war. Er nannte sie gewöhnlich „kleine Königin“. Sie ihrerseits hing sehr an ihm, aber auch an ihren Schwestern. Sie erzählt, daß ihre Kindheit sehr glücklich gewesen sei.
Als sie vierzehneinhalb Jahre alt war, entschloß sie sich, in das Karmeliterkloster zu Lisieux, wo sie lebten, einzutreten. Ihr Vater gab seine Einwilligung, aber da sie noch so jung war, war die Klosterobrigkeit nicht einverstanden. Sie suchte wegen der Angelegenheit den Bischof auf, der ihr vorschlug, eine Wallfahrt nach Rom zu machen. So wagte sie es, obwohl man es ihr ausdrücklich verboten hatte, den Papst selbst um die nötige