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„Midinette, Cathérinette … Tu te mariéras!“
Wer in der zweiten Novemberhälfte, zumal der letzten Jahre, mit einiger Aufmerksamkeit durch die Straßen von Paris ging, entsinnt sich gewiß der merkwürdigen, geputzten, gelb-grünen Hauben in den Schaufenstern der Modistengeschäfte und bestimmter Warenhäuser, der Ansichtskarten mit Haubenbildern und dazugehörigen Verslein und der Blumenverkaufsstände voll Orangenblüten. Und wer am 25. November durch das Quartier Madeleine, die rue de la Paix, den plâce Vendôme, das Viertel um die Oper und die Champs Elysées kam, bemerkte gewiß, daß die Fenster der großen Modehäuser festlich erhellt und die Säle geputzt waren, hörte Tanzmusik und sah die jungen Arbeiterinnen und Verkäuferinnen, die Schneiderinnen, Modistinnen und Mannequins haubengeschmückt in Ballkleidchen oder in allerhand Verkleidungen tanzen, lachen und Schaumwein trinken. Blieb man, einer von vielen, vor diesen Häusern stehen und sah die Mädchen von Zeit zu Zeit auf den Balkon treten, der Menge Kußhände zuwerfen, Scherzworte auffangen und erwidern, so mußte es dem Unbefangenen auffällig scheinen, daß sie fast nur männliche Verkleidungen gewählt hatten (Matrosenuniformen, Türkenhosen und Fez, Frack und Instrumente des Jazzbandmusikers, besonders das Saxophon, Peitsche und Tracht des Zirkusreiters oder Jockeis). Ging man abends und nachts durch das Quartier latin, über die großen Boulevards oder durch die Gassen von Montparnasse oder Montmartre, so begegnete man Scharen jener Midinetten, die Hauben kühn auf dem Kopf, Arm in Arm mit Freundinnen oder Freunden. Und was auf offener Straße beginnt, setzt sich in geschlossenen Lokalen gesteigert