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Eine mit viel Fleiß (doch mit unzureichendem Verständnis) gebotene Zusammenstellung der psychoanalytischen Forschungsergebnisse über christlichreligiöse Phänomene. Allerdings keine vollständige. Manche Arbeit ist dem Verfasser entgangen, insbesondere in solchen Fällen, wo die Bezugnahme der betreffenden psychoanalytischen Abhandlung auf religionspsychologische Probleme aus dem Titel nicht ohneweiters ersichtlich ist.
An diese Darstellung knüpft der Verfasser eine Kritik der Psychoanalyse überhaupt und ihrer auf Phänomene des Christentums bezüglichen Aussagen im besonderen. Die Kenntnis der psychoanalytischen Literatur erweist sich beim Verfasser als sehr oberflächlich. Er scheint zum Beispiel nichts von Partialtrieben, von Aggression zu wissen, obschon er viele Dutzende von Schriften Freuds und anderer Psychoanalytiker zitiert. So unglaublich es erscheint, es gibt noch heute gelehrte Autoren, die ganze Bücher über Psychoanalyse schreiben und meinen, Verdrängung und mangelnder Geschlechtsverkehr sei dasselbe. Daher kommt Saalfeld auch in die Lage, den Umstand, daß der Apostel Petrus verheiratet war und von seiner Frau auf seinen Missionsreisen begleitet wurde, triumphierend als Beweis dafür anzuführen, daß das Urchristentum nichts mit Sexualverdrängung zu tun hat.
Mit Schadenfreude konstatiert Saalfeld Meinungsverschiedenheiten zwischen Psychoanalytikern beziehungsweise vermeintlichen Psychoanalytikern. So zum Beispiel führt er an, daß Jung („Wandlungen und Symbole der Libido“) das Kreuz als den Lebensbaum, als ein Symbol der Mutter auffaßt, während es nach Reik („Der eigene und der fremde Gott“) eine „umgedeutete totemistische Vaterfigur der Urzeit“ ist. Von den beiden Deutungen sagt Saalfeld: „ein solcher Unsinn, daß man sie sich mit Fug und Recht verbitten wird.“ Eine dritte psychoanalytische Deutung, die im Kreuz ein heilbringendes, unheilabwehrendes Symbol der vereinigten Geschlechtsteile sieht (vgl. Kapitel „Kreuz“ bei Storfer: Marias jungfräuliche Mutterschaft)