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Die Ergebnisse dieser Untersuchung seien hier kurz wiedergegeben:
Der ganzen Apokalypse liegen starke Gefühle zugrunde; sie brechen bei entscheidenden Wendungen der Visionen ungehemmt durch. In 46 von 73 Abschnitten sind grausame Gefühle (der Zerstörung, des Tötens, des Quälens) ganz deutlich erkennbar. „Wir haben hier die eine Komponente schizothymen Seelenlebens [Kretschmer] vor uns in derselben schönen Ausprägung,
wie bei all den großen Schizothymen in der Geschichte des Christentums.“ Aber — unvermittelt neben dem Grausamen-Harten — steht da auch eine Fülle der Gefühle des Tröstlichen, Friedlichen, Erhabenen. In diesem „schroffen Gegenüber von blutigster Grausamkeit und zartester Innerlichkeit, die beide überspannt sind von der komplexqualitativ so reichen und gegensätzlich ungestillten Sehnsucht, liegt das psychologische Geheimnis der Apokalypse“.
Die Gefühlsgrundlage der Apokalypse — findet Schneider — sei ausgesprochen akustisch beeinflußt. Das Visuelle ist ärmer, unpersönlicher. Den Eidetikern (Jaensch) sei Johannes nur in einem gewissen Sinne, d. h. nur ihrer schwächeren Gruppe zuzuordnen.
Schneider behandelt unter anderem auch die ausgesprochene Neigung des Apokalyptikers zum Stereotypisieren; die gleichen Motive, Bilder, ja Formulierungen kehren unaufhaltsam wieder, es ist, als könne der Apokalyptiker sich nicht mehr von dem loslösen, was er einmal erfaßt hat.
Pathologisch im Sinne der klinischen Psychiatrie — führt Schneider aus — sei Johannes „sicher nicht gewesen, die tief schizophrenen Kriterien und Stigmen fehlen bei ihm völlig“ … „Johannes ist ebensowenig pathologisch wie Grünewald und Dürer“.
In dem Kapitel, in dem er „die neuere Traumforschung“ zur Enträtselung der Apokalyptik heranzuziehen vorgibt, bietet der Verfasser das Bild, wie er von Freud gleichzeitig angezogen und abgestoßen wird. Letzteres vollzieht sich wirksamer.