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Der Verfasser — auf dem Boden der katholischen Theologie fußend — ist der Meinung, sein Unterfangen, das Gebetsleben „nach exakt wissenschaftlichen Grundsätzen der Psychologie“ zu beobachten, könnte ungewohnt und eigenartig berühren. Der „eigentliche Schöpfer der modernen Psychologie“ (Wundt) sei infolge der materialistischen Auffassung alles Psychischen der Religion nicht gerecht geworden. Und unserer Zeit war es beschieden, „Dinge zu hören, die aller Wissenschaft und allem Empfinden spotten; wir meinen die von dem Wiener Nervenarzt Sigmund Freud ins Leben gerufene Psychoanalyse“. Allerdings habe Freud Jünger, die die Lehren ihres Meisters nicht festhalten, „ja katholische Forscher unserer Tage (Müncker, Liertz) bemühen sich, psychoanalytisches Gedankengut mit katholischem Geist zu verbinden“. Bestimmte Grundgedanken der Psychoanalyse müsse man anerkennen, aber „es sträubt sich doch jeder denkende Mensch gegen Erklärungsweisen …“ usw. usw. Alles in allem — Pfister wird genannt — geht die neue Entdeckung dahin: Religion ist verdrängter Sexus, die katholische Religion aber ein Produkt des durch Verdrängung krankhaft gestörten Trieblebens.
Gegen die Psychoanalyse verbündet sich der katholische Autor mit dem protestantischen Theologen Girgenssohn. Dieser habe es zum erstenmal gewagt,