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In Freuds „Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse” (zehnte Vorlesung, „Die Symbolik im Traum”) heißt es: „Woher wir denn auch eigentlich die Bedeutung dieser Traumsymbole kennen sollen, zu denen uns der Träumer selbst keine oder nur unzureichende Auskunft gibt? Ich antworte: Aus sehr verschiedenen Quellen, aus den Märchen und Mythen, Schwänken und Witzen, aus dem Folklore, d. i. der Kunde von den Sitten, Gebräuchen, Sprüchen und Liedern der Völker, aus dem poetischen und dem gemeinen Sprachgebrauch. Überall hier findet sich dieselbe Symbolik vor.” Die Psychoanalyse lehrt uns, daß wir außer beim Traume und den Neurosen oft auch bei anderen psychischen Produktionen neben dem manifesten einen unbewußten latenten Inhalt auffinden können. Ja, oft scheint uns ein solches Produkt zunächst ganz zusammenhanglos, genau so wie der manifeste Inhalt der Träume. Erst die genauere Untersuchung zeigt uns, daß das anscheinend Unzusammenhängende sinnvoll ist. So habe ich auch ganz unabhängig von der Psychoanalyse gefunden, daß die Kette der alphabetischen Schriftzeichen keine sinnlose und unzusammenhängende Zusammenstellung, sondern viel eher etwas Sinnvolles und ein abgeschlossenes Ganzes darstellt. Ich will vorwegnehmen, daß meine rein philologischen Untersuchungen dem altsinaitischen Alphabet, das auf das zweite Jahrtausend vor Christi zurückgeht und die Grundlage der griechisch-lateinischen Schrift ist, gelten. Um aber auf den latenten Sinn zu kommen, durfte ich nicht durch Widerstände und Voreingenommenheit gegen die Sexualität behindert sein.
Die altsinaitische Schrift ist nämlich gleich den ägyptischen Hieroglyphen eine Bilderschrift, deren einzelne Bilderzeichen allerdings aus rein technischen