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Es war auch in alten Zeiten keine Alltäglichkeit, daß Kinder von ihren Eltern in den Wald geführt und dort dem Hungertode überantwortet wurden. In dem Märchen von Hänsel und Gretel ist zwar in Rücksicht auf seinen guten Ausgang der Wunscherfüllungscharakter offenkundig, aber man muß doch fragen, woher der sonderbare und unheimliche Inhalt des Märchens stammt, der Weg, auf dem es zu der endlichen Wunscherfüllung gelangt. Der Psychoanalytiker kann nicht annehmen, daß es lediglich die Absonderlichkeit eines Schicksales und das mit ihm konfrontierte Gefühl der Geborgenheit in einer normalen, von elterlicher Güte behüteten Kindheit ist, die die Wirkung dieses Märchens ausmacht. Bei der weiten Verbreitung des Märchens, von dem Hänsel und Gretel in der Grimmschen Fassung ja nur ein einzelnes, freilich überaus einprägsames Beispiel darstellt, muß man vielmehr annehmen, daß es tiefere Motive sind, durch die diese Wirkung erzielt wird, Motive, die hinter der manifesten naiven Ausdrucksweise verborgen sind und ihre Kraft aus unbewußten Quellen schöpfen.
Es sei gestattet, die in dem Märchen enthaltenen Motive im Anschluß an die vergleichende Studie in den „Anmerkungen zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm”1 im Nachstehenden auseinanderzulegen.
Die Kinder werden von den Eltern im Walde verlassen. Grund: Hungersnot.
Sie finden aber zweimal durch Ausstreuen von Kieselsteinen zurück.
Nach dem Ausstreuen von Brotkrumen finden sie nicht mehr zurück.
Sie gelangen zum Kuchenhaus.
1) Neu bearbeitet von Johannes Bolte und Georg Polivka. Leipzig 1913, Dieterich, 1. Bd., S. 115 ff.
Von der Hexe eingesperrt und gemästet, streckt der Knabe ein Knöchlein oder Hölzlein statt des Fingers heraus.
Sie schieben die Hexe in den Ofen.