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Das in dem Titel angegebene Thema wird in dieser kleinen Arbeit in mustergültiger Weise dargelegt: Die Psychoanalyse könne der Pädagogik ein wichtiges Hilfsmittel sein, aber auch nicht mehr, da „erziehen” immer eine Funktion der Gesellschaft, nicht des einzelnen sei und eine „klassenbestimmte Norm” habe, und weil aus keiner Naturwissenschaft Werte (Erziehungsziele) abgeleitet werden können. Aber als Hilfsmittel sei die Psychoanalyse, besonders in Verbindung mit lebendiger Beobachtung der Kinder durch den Lehrer selbst, für den Lehrer fast unentbehrlich. Das wird an der infantilen Sexualität, deren Entwicklungsweg kurz geschildert wird, und an der aus ihr sich ableitenden Genese der Moral (des Über-Ichs) gezeigt, deren Kenntnis für ein Verständnis der Handlungen und Vorstellungen der Kinder notwendig ist. Besonders wird bei Besprechung von Identifizierung und Desexualisierung darauf hingewiesen, daß der Lehrer nicht seinen Lustgewinn suchen dürfe, sondern die ihm entgegengebrachte Übertragungsliebe auf andere, fernere Ziele zu lenken habe, woraus sich die Bedeutsamkeit der analytischen Betrachtung auch des Erziehers ergibt.
Fenichel (Berlin)