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In einem der nächsten Hefte der gleichen Zeitschrift nimmt Michaelis den oben referierten Aufsatz von Roellenbleck zum Anlaß, um gegen die Psychoanalyse überhaupt zu polemisieren. Eine innere Beschränktheit und Gebundenheit hindere sie, „das Schöpferische” im Menschen anzuerkennen, dem bloße Wissenschaft
nie gerecht werden könne. Denn „immer wieder heißt es, daß Ideal und Gewissen dem äußeren Zwange entstammen”, eine Anschauung, der man eine „weltanschauliche Spiegelung” „innerer Zerrissenheit” anmerke, was durch Goethezitate bewiesen werden soll. Das wird so vorgetragen, als wollte die Psychoanalyse die Pädagogik abschaffen und ersetzen. In der Psychoanalyse „erstarre” hinter der „Maske” der Wissenschaftlichkeit „das lebendige Antlitz”.
Roellenbleck stellt in relativ sehr zurückhaltender Weise fest, wo er von Michaelis mißverstanden wurde, besonders daß ihm ein Gedanke, Pädagogik durch Psychoanalyse zu ersetzen, völlig ferngelegen, ja, daß er ausdrücklich das Gegenteil geschrieben habe. Freilich gäbe es Bereiche, die der Wissenschaft unzugänglich seien. Aber die Anerkennung dieses Umstandes dürfe doch nicht dazu führen, die Wissenschaft auch dort nicht gelten zu lassen, wo sie legitim ist. Und wissenschaftlich hätte Michaelis nicht das Geringste gegen die von ihm angegriffenen, aus der Empirie stammenden Sätze der Psychoanalyse vorgebracht. „Warum verlangt man von der Psychoanalyse allein unter allen anderen psychologischen Disziplinen, daß sie zugleich Religionsersatz sei?”
Die Schriftleitung fügt der Diskussion ein längeres Nachwort an, das in unerfreulicher Weise ambivalent ist. Sie stellt fest, daß sie Michaelis sehr schätze und seiner Kritik an der Psychoanalyse weitgehend beipflichte, daß sie es aber dennoch für angebracht hielt, einen Anhänger der Psychoanalyse zu Worte kommen zu lassen, um so mehr, als auch er nicht „dem Primat der Wissenschaft vor dem Leben selber” das Wort rede. Dennoch zitiert sie schließlich ein Wort von Jung: „Lassen Sie sie (Theorien)