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Nach einer Kritik der Unzweckmäßigkeit von Strafjustiz und Strafvollzug im heutigen Sinn frägt Fromm nach den Gründen, die die Gesellschaft an diesen unzweckmäßigen Maßnahmen dennoch festhalten lassen. Er findet sie in dem Bestreben der Vertreter des Staates, sich dem Unbewußten der Masse als Vater-Imago darzubieten; daneben bieten sie der Masse Gelegenheit zu erlaubter und idealisierter Befriedigung des Sadismus.
Landauer erzählt von einem Behandlungsversuch bei einer jungen Verwahrlosten, deren Verwahrlosung sich als Racheunternehmen wegen Ödipusenttäuschung und Penislosigkeit erwies. Er weist darauf hin, wie in derartigen Fällen vor der Analyse die Herstellung einer brauchbaren Übertragung durch unerwartet liebevolles Benehmen notwendig sei. Häufig widerstrebe die Umgebung des Verwahrlosten unbewußt seiner Heilung; so wurde auch die hier besprochene Behandlung unter einem Vorwand abgebrochen.
Anläßlich eines anonymen Briefes, den der Referent eines „ Aufklärungs” - filmes erhielt, zeigt Zulliger neuerdings, wie die Frage der „Aufklärung” von der der gesamten Sexualerziehung nicht getrennt werden könne. Das Kind wolle Triebbefriedigung; nicht intellektuelles Wissen, sondern die Tat. „Die moderne Pädagogik ist schlau. Sie ist die Pädagogik des ‚goldenen Mittelweges’, die die Wünsche des Kindes einigermaßen gewähren lassen und erfüllen, es aber zugleich zu Verzichten anhalten will. Diese Verzichte sind notwendig zur Aufrechterhaltung unserer Gesellschaft. Sie findet weder Sexualbejahung noch Sexualablehnung als das Richtige, ihr scheint, der Kompromiß sei das Beste. Wer weiß, ob sie nicht recht hat?” Auch suche und brauche das Kind das Storchenmärchen. Vielleicht sollte man ihm zwar die Wahrheit sagen, aber außerdem — wie das Märchen vom Rotkäppchen auch das vom Storch erzählen.
Frau Fromm-Reichmann publiziert das Schlußwort einer Diskussion nach einem vor Akademikerinnen gehaltenen Vortrag über psychoanalytische Trieblehre, das die pädagogischen Konsequenzen der Ex