You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Eine Arbeit von Homburger erörtert die Problematik des psychoanalytisch denkenden Lehrers, der als Vermittler von Kenntnissen, als „Aufklärer”, vom „analytischen Erzieher” ebenso zu unterscheiden ist wie vom Kinderanalytiker. Er muß erkennen, daß die bloße sachliche Belehrung des fragenden Kindes gar nicht dessen wirkliche Probleme trifft, auch dann nicht, wenn sie nicht nur die manifest gestellten Fragen, sondern auch ihren unbewußten Hintergrund, die Sexualneugierde, berücksichtigt. Denn das Kind ist nicht von intellektuellem Interesse erfüllt, sondern von affektivem. Es „interessiert” z. B. „das Kind eine gewisse mit Überdeutlichkeit gespürte Gefühlsbeziehung, statt dessen erfahrt es etwas vom trinkenden Kälbchen und der säugenden Kuh”. Wenn wir das Storchenmärchen verwerfen, so hätten wir „keinen Grund zum Optimismus, wenn wir an die Stelle dieses Dunkels Logischeres setzen, indem wir manches deutlicher, unverhüllter sagen, und dabei Wichtigeres gar nicht erwähnen, auch nicht verhüllt”. Allzuviel Ratio wird dem Kinde nicht gerecht und hilft ihm nicht in seinen Nöten. Was für die Sexualität gelte, gelte ebenso auch für die Welt der Aggression. Auch hier käme es nicht auf schöne Ideale an, sondern auf die psychische Realität, auf die Anerkennung der Allgegenwart der Triebe. Interessant ist ein Exkurs über die Frage, ob die Verschiebung der sexuellen Neugierde auf andere Wissensgebiete zu unterstützen sei oder nicht, die ihre (nicht eindeutige) Antwort nur aus einer näheren Erörterung des Begriffes „Verschiebung”, der offenbar in verschiedenen Fällen verschiedenerlei bedeutet (echte „Sublimierung” oder etwas der „Reaktionsbildung” Verwandtes), finden