You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Vortrag auf dem I. International Congress on Mental Hygiene Washington 7. Mai 1930
In diesem Lande einen Vortrag über die seelische Hygiene der Kriminalität zu halten, ist eine besonders verlockende Aufgabe. Die soziale Anwendung von psychinritschen Kenntnissen ist nirgendwo so fortgeschritten, wie in den Vereinigten Staaten von Amerika. Sie haben auf diesem Gebiete die meisten praktischen Erfahrungen, und es wäre eine Anmaßung, Sie auf diesem Gebiete belehren zu wollen. Mich haben die diesbezüglichen Mitteilungen von Dr. Frankwood William [1] und von Dr. Healy [2] und Bernard Glueck [3], sowie von Anderen sehr beeindruckt. Die großartige Organisation, mit welcher Sie den jugendlichen Kriminellen auffinden, den erwachsenen Kriminellen nach gestellter Diagnose in entsprechenden Anstalten unterbringen, den rückfälligen Kriminellen isolieren usw., wirkt auf uns geradezu verblüffend Dieser systematisch durchdachten Organisation gegenüber fühlen wir uns als Anfänger. Ein solcher Apparat im Dienste der praktischen Anwendung der Wissentchaft gehört in der alten Welt in das Gebiet der Utopie. Die Aussicht, daß auch die Psychoanalyse, die für die Psychiatrie das seelische Mikroskop geliefert hat, einmal, wenn sie den Weg zu ihrer Organisation findet, durch diese Organisation jene soziale Anwendung haben wird, die meiner Ansicht nach die Zukunftsaufgabe der Psychoanalyse ist. ist ganz besonders reizvoll. Noch nicht vor einem Jahre habe ich in Oaford auf dem XI. Internationalen Kongreß für Psychoanalyse ausgeführt, daß die reine Verwendung der analytischen Psychologie für