You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Marburger Psychologe E. R. Jaensch baut seit einigen Jahren mit einem großen Stab von Schülern eine Wahrnehmungslehre aus, die unser größtes Interesse beansprucht (1). Die Eidetik, wie Jaensch seine Lehre nennt, stellt fest, daß es Menschen gibt, die Anschauungsbilder1 von gesehenen Objekten erzeugen, die ihrem Wesen nach ein Mittelding zwischen Wahrnehmung und Vorstellung sind: nachdem das Objekt dem Blick entschwunden ist, wird es noch weiter „gesehen“. Von der Vorstellung unterscheidet sich das AB. durch die intensive Beteiligung des optischen Apparates. Von der Wahrnehmung oder auch von der Halluzination durch das Urteil, daß das reale Objekt nicht vorhanden sei. Intensität und Qualität des AB. sind nämlich von einem willentlich lenkbaren Faktor abhängig: von der Richtung und von der Intensität der Aufmerksamkeit. Wird diese verstärkt, verdeutlicht sich das AB., wird sie auf ein Detail verlagert, so tritt dieses deutlicher hervor.
Das Phänomen trat mir zuerst an dem Insassen einer schweizerischen Irrenanstalt entgegen. In der Ökonomie war eine Scheune niedergebrannt. Die Dachsparren ragten verkohlt gegen den Himmel; ein Drittel des Daches aber war noch mit spärlichen Gruppen von Ziegeln bedeckt, und besonders