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Vortrag in der „Pädologischen Gesellschaft“ an Jer Nordkaukasischen Universität zu Rostow am Don im Winter 1928
Aus dem Russischen übertragen von N. A. Spielrein
Ehe Wir in die Untersuchung des Einflusses der kinästhetischen Erfahrungen auf die Struktur unseres Denkens eintreten, möchte ich eine kurze Übersicht über die bisher übliche Betrachtung der Denkformen geben. Ich will mich dabei an die gebräuchliche psychologische Terminologie halten, obwohl sie nicht ganz erschöpfend ist. Sie ist aber, meiner Meinung nach, jedenfalls zutreffender als die „reflexologische“ Terminologie der von Pawlow und Bechterew begründeten reflexologischen Schule.
Wie denken wir? Legt man diese Frage einer größeren Anzahl von Personen vor, so pflegen die meisten auf Grund ihrer Selbstbeobachtung zu antworten: „Ich denke mit Worten, in Sprachform.“ Einige von ihnen werden aber sagen, daß das Denken eher in visuellen Bildvorstellungen vor sich geht. Manche Forscher, wie z. B. Professor Wassiltschikow, behaupten, daß Kinder in Bildern, Erwachsene aber in Sprachform denken (vgl. auch die Forschungen der Marburger „eidetischen“ Schule,1 ebenso die Ausführungen