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Der Marburger Psychologe E. R. Jaensch hat für die Psychologie der Werte, ihre Bildung und ihre Wirkung eine anregende Anschauung geliefert: er unterscheidet zwischen „organischer“ und „unorganischer“ Wertbildung. In dieser Arbeit versucht einer seiner Schüler das wirkliche Wesen der Ethik aus der organischen Wertbildung abzuleiten und gegen die unorganische abzugrenzen. — So hübsch das Problem gestellt ist, so wenig befriedigt seine Verarbeitung. Die Darstellung leidet offensichtlich unter einem Mangel an Kenntnis wichtiger psychologischer, soziologischer und ethnologischer Ergebnisse. (Leider fehlt dem Buch das versprochene Literaturverzeichnis.) Der Autor strebt über alle psychologischen Fragen, die ihn in diesem Zusammenhange beschäftigen müßten, hinweg zu kulturrettenden Vorschlägen und wertkritischen Betrachtungen, die er auch auf die von ihm mit dem Sammelnamen „Hysterie“ bezeichneten Neurosen ausdehnt. Die Kenntnis seiner Ergebnisse dürfte für unsere Forschung geringen Wert haben.
Bally (Berlin).