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Diese Arbeit nimmt sich vor, an einem denkwürdigen, seiner Form und seinem Motivenreichtum nach heute vielleicht schon einzigartig gewordenen Brauche, dem kärntischen Vierbergelaufen, eine Reihe in sich zusammenhängender Fragen der Völkerpsychologie einer neuerlichen Beleuchtung zu unterziehen. Einweihungsriten, Vegetationskulte, Anfänge des Ackerbaues, Erfindung des Feuers, Seelenkult und Totemismus sind sämtlich schon analytisch behandelt worden. Es hieße indessen diese Probleme, die ja identisch sind mit der Frage nach den Grundlagen menschlicher Kultur überhaupt, geringachten, wollte man meinen, es sei, auch vom psychoanalytischen Standpunkte aus, schon alles Grundsätzliche darüber gesagt worden, von Einzelheiten der Totemtheorie Freuds gar nicht zu reden, die ja noch lange viele Helfer in Bewegung setzen wird. Der geringe Umfang dieser Arbeit widerspricht nur scheinbar dem gesteckten Ziele. Er ist bedingt durch den Verzicht auf jede Wiederholung alles bereits von anderen Gesagten. Demnach ist die Kenntnis der Arbeiten von Freud, Reik und Róheim beim Leser vorausgesetzt, so wie sie dem Verfasser selbst als immanente Bedingungen gegenwärtig waren und Anlaß zu dankbarem Gedenken bieten.
Die Ausführungen selbst entfernen sich von dem Leitfaden des fraglichen Brauches teilweise ziemlich weit. Es könnte dies einen Konstruktionsfehler darstellen, wäre nicht das klassische Beispiel von Frazers „Goldenem Zweig“,