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Vor einiger Zeit konnte man in Berlin (in der modernen Abteilung der Nationalgalerie) des Glückes teilhaftig werden, einen ganzen Saal voll der schönsten Tierbilder von Franz Marc zu schen. Die Unterschiede zwischen den Auffassungen, die von der Tageskritik, ihrer ästhetischen Wertungspflicht folgend — Franz Murc hat seine ganz bestimmte Stellung in der Entwicklung der modernen Malerei —, vertreten werden, einerseits und der Betrachtungsweise, die dem Analytiker, wenn er sich durch den direkten Eindruck führen läßt, auch ohne tiefer eindringendes Studium zur Verfügung steht, andrerseits, diese Unterschiede erscheinen in der nachträglichen Vergleichung so bedeutend, daß es sich als lohnend erweist, den Gang der rein analytischen Anschauung zu verfolgen und zu schildern.
Nachdem man eine ganze Weile vor jedem einzelnen der Gemälde dem naiv-instinktiven Kunstgenuß gefrönt hatte, verharrt man, wie zum Ausruhen, in Gedanken versunken, vor drei Pferden, deren Leiber ganz hellgelb, beinahe zitronengelb hervorleuchten. In nur angedeuteter farbiger Landschaft stehen sie, die drei gelben Pferde, eng aneinandergerückt, in lebendigsten Haltungen der Körper.
In Entbehrung der fachkundigen Führung durch einen Berufsästheten, der uns die Einzelheiten der eindrucksvollen Komposition, die geschmackvolle Synthese in der Farbengebung erläutern könnte, versuchen wir, einem mehr psychologisierenden Hange folgend, den unmittelbaren Kunstgenuß zur Höhe der begrifflichen Abstraktion zu läutern. Wir stellen fest, daß wir, über die so starken formalen Reize des Werkes scheinbar hinwegschauend,