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Diese Arbeit, die für das kriminologische Sonderheft der „Imago“ bestimmt war, konnte in ihr nicht mehr Platz finden und erscheint deshalb erst an dieser Stelle.
Ungefähr fünfundzwanzig Kilometer nördlich von Moskau, in der Nähe des Dorfes Bolschewo, befindet sich die unter dem Protektorate der GPU (Staatliche Politische Verwaltung) stehende „offene Arbeitskolonie“, eine Institution für jugendliche Kriminelle, die von allen in kapitalistischen Ländern üblichen und möglichen analogen Institutionen sowohl der Struktur als auch den Erfolgen nach so sehr abweicht, daß sie wohl die Aufmerksamkeit aller an Psychologie und Therapie der Kriminalität Interessierten verdient.
Im Sommer 1930 umfaßte die Kolonie 1100 jugendliche Kriminelle, meist Diebe und zu einem großen Prozentsatz Rückfalldiebe. Im Jahre 1924 hatte sie mit nur 15 Insassen begonnen, Ende 1933 soll deren Zahl 5000 betragen, so daß zusammen mit einer zweiten analogen Kolonie 10.000 jugendliche Kriminelle erfaßt werden sollen, eine Zahl, die für die ganze Sowjetunion genügen dürfte.
Der Grundsatz der ganzen Institution ist die volle und nicht etwa nur vorgetäuschte Autonomie der Kolonie, deren Mitglieder in einer Kommune zusammengefaßt und nur dieser verantwortlich sind. Die Selbständigkeit der Kommune umfaßt nicht nur Gesetzgebung und Disziplin, sondern ist auch in wirtschaftlicher Hinsicht gegeben, da die Fabrikbetriebe der Kommune ihre Existenz begründen. Das Ziel der Kommune ist, ihren Mitgliedern