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Ein mit vorbildlich pädagogischem Takt geschriebenes Buch, dessen wesentliche Ableitungen über die Frage der Kausalität in dem Punkte zusammentreffen, daß wir die Erlebnisinhalte stets gegenständlich zu deuten genötigt sind, wobei der Deutungsvorgang zu allermeist unbewußt verläft. Jeder Kausalfrage liege ein konträrer Gegensatz zwischen Erwartung und Erleben zugrunde. An diese Ableitungen schließt sich eine für die psychoanalytische Erkenntnisvoraussetzung sehr wesentliche Beweisführung an, wonach es unrichtig sei, von „Bewußtseinsinhalten“ zu sprechen; das Bewußtsein enthalte nichts, es belichte nur eine uns unbekannte, von den Außengegenständen verschiedene Realität. Das Bewußtsein sei an den Inhalten nur „mitbeteiligt“. Würde der Verfasser nicht recht tun, diese Realität „das Unbewußte“ zu benennen?
Unrichtig ist an der Begründung der infantilen Amnesie die Annahme, die Kinder seien vornehmlich mit der Bildung von allgemeinen Vorstellungen beschäftigt. Dann hätten viele Erinnerungen nicht den Charakter der Deckung konkreter Erlebnisse. Doch enthält auch diese Behauptung des Verfassers einen richtigen Kern; insofern als die konkreten Erlebnisse des kleinen Kindes um Individualbegriffe (meine Mutter = die Mutter, mein Vater = der Vater) gruppiert sind.
Hermann (Budapest)