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Die Arbeit beginnt mit einer erkenntniskritischen Einleitung, in der der Vefasser von seinen Bemühungen um den Weg zum wahren Verständnis der Kunstformen und um die Methode seiner Darstellung Zeugnis ablegt. Er stellt
dabei allen summarischen wissenschaftlichen Verfahren, die schlechthin Erkenntnisse aneinanderreihen, den Begriff des philosophischen Traktats als allein in Frage kommende Form der Darstellung gegenüber. Im Sinne seiner kunstphilosophischen Abhandlung ist es die Idee des Trauerspieles, die es zu erfassen gilt. Der Darstellung dieser Idee kann nur ein Stab von Begriffen dienen, der sie als Konfiguration von jenen vergegenwärtigt.
Die tiefschürfende, sehr kenntnisreiche Abhandlung bezieht sich historisch hauptsächlich auf das Barock und bildet eine hervorragende Parallele zu den richtunggebenden Arbeiten, mit denen Riegel, Hausenstein, Weisbach u. a. auf dem Gebiet der bildenden Kunst und Architektur, Strich auf literar-historischem Boden die Kunst dieser Epoche in ihren Stileigentümlichkeiten verstanden haben. Der erste Hauptabschnitt beschäftigt sich mit der Gegenüberstellung von Trauerspiel und antiker Tragödie, der zweite untersucht das Verhältnis der Allegorie zum Trauerspiel. An einigen Stellen kann man den Ansichten Benjamins nicht widerspruchslos zustimmen, so in seiner Abweisung der Nietzscheschen Auffassung des griechischen Chors, die andere jüngere Forscher (Winterstein) gerade mit einleuchtenden Argumenten bestätigt haben. Solche Aussetzungen fallen jedoch nicht ins Gewicht gegenüber dem Reichtum an fruchtbaren Durchblicken, die der auf höchstem Niveau laufende Gedankengang unaufhörlich nach den verschiedenen Seiten (vor allem ins Geschichtliche, Ästhetische und Kunstphilosophische) gewährt.
Für den analytisch orientierten Leser ist die Arbeit interessant wegen zahlreicher psychologischer Gesichtspunkte und Themen, von der Gegenüberstellung von Tragödie und Trauerspiel angefangen bis zu eingehenden Darlegungen über die mittelalterliche Auffas