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Es ist oft darauf hingewiesen worden, wie erstaunlich tiefe Kenntnisse der äußeren Natur und ihrer Beherrschung sich primitive Völker oft intuitiv oder instinktiv erworben haben. Sollte ihnen in bezug auf die Tiefen der menschlichen Psyche ein ähnlicher Scharfblick zukommen? Wenn die dem Psychoanalytiker nur allzu gut bekannten Schwierigkeiten des Eindringens in diese tiefen Schichten uns eher eine Verneinung erwarten lassen, so öffnet uns dafür ein besonderer Umstand günstigere Ausblicke. Der Unkultivierte steht in seiner ganzen Mentalität, seinem Wunschdenken, seinem archaischen Habitus, seiner neurotischen Grundstimmung, die einen enormen Teil seines Lebens beherrscht, seinem animistischen Denken und magischen Tun dem Unbewußten näher als der wissenschaftlich Geschulte. Er gibt den Regungen des Unbewußten weit unmittelbareren Ausdruck. Verhindert diese Bedingtheit eine wissenschaftlich angemessene Darstellung der un bewußten Inhalte und Vorgänge, so dürfen wir dafür hoffen, daß die Überwindung der vom Unbewußten erzeugten Nöte instinktiv manchmal das Richtige trifft.
Ich möchte an einigen merkwürdigen Beispielen zeigen, daß mitunter der primitive Mensch ein erstaunlich tiefes Verständnis für den latenten Sinn einzelner Manifestationen des Unbewußten besitzt. Sein Un bewußtes hört und versteht im vorzuführenden Fall mit feinem Ohr die um Hilfe rufende Stimme des Unbewußten eines kranken Menschen und findet ebenso feinfühlig und instinktiv die genau abgepaßten psychotherapeutischen Gegenmaßregeln.