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Der Titel dieses Buches gibt den Inhalt so vollständig an, daß man in einem Referat kaum mehr etwas hinzufügen könnte. Wir haben hier eine umfassende, nach Möglichkeit vollständige Sammlung aller die Entstehung des Feuers betreffenden Mythen, dargestellt mit der Genauigkeit und in der ansprechenden Weise, die alle Arbeiten Frazers auszeichnen. Mehr ist freilich auch nicht zu sagen. Über die reine Materialsammlung geht Frazer tatsächlich nicht hinaus. — Das Ergebnis ist, daß die ältesten Methoden des Feuerzündens dieselben sind, die heute noch von kulturell zurückgebliebenen Völkern angewandt werden: Der Feuerbohrer, die Feuersäge, der Feuerhobel und Stein und Eisen. Andere Probleme scheint es für Frazer innerhalb dieses Stoffgebietes nicht zu geben. Nirgends wird die Frage nach den psychologischen Motiven aufgeworfen, durch die die Menschen zu dieser Erfindung gedrängt wurden. Ununtersucht bleiben auch alle Inhalte der Mythen, die über die Technik der Feuerzündung und deren Hilfsmittel hinausgehn. Ein Beispiel wird genügen, um deutlich zu machen, wohin man kommt, wenn man die Wirksamkeit des Unbewußten, die Bedeutung der Symbolik, kurz alle Errungenschaften der modernen Psychologie außer Betracht läßt.
„Wenn wir uns fragen, warum in diesen Mythen so oft die erste Feuerzündung Tieren, insbesondere Vögeln, zugeschrieben wird, Wesen also, von denen ja auch jeder Wilde einsieht, daß sie gegenwärtig nicht im Besitz des Feuers sind, so scheint die plausibelste Antwort die zu sein, daß diese Sagen ursprünglich den Grund für gewisse Färbungen und sonstige Charakteristika jener Tiere