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Seit Freud in der dritten Auflage seiner „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“1 die orale oder kannibalische erste prägenitale Sexualorganisation, bei der das Sexualziel in der Einverleibung des Objekles besteht, beschrieben hat, — seit er uns in seiner Arbeit „Trauer und Melancholie“2 die Bedeutung dieser Organisationsstufe für die Melancholie geschildert hat, und seit uns Abraham in seinen Arbeiten „Untersuchungen über die früheste prägenitale Entwicklungsstufe der Libido“3 und“ Versuch einer Entwicklungsgeschichte der Libido“4 auf die große praktische Bedeutung dieser Entwicklungsstufe hingewiesen hat, hat das Interesse für die Auswirkung dieser frühesten Sexualbetätigung des Kindes bei späteren Erkrankungen immer mehr zugenommen.5
In seiner zuerst genannten Arbeit kommt Abraham in der analytischen Durchleuchtung eines Falles von „Schizophrenia simplex“ zu folgender Zusammenfassung der Eigentümlichkeiten des Kranken:
Die orale Zone überwiegt an Bedeutung die anderen erogenen Zonen. Insbesondere tritt die Saugelust hervor. Milchsaugen führt einen Zustand der Befriedigung herbei.
1) Ges. Sehr., Bd. V, S. 72.
2) Ges. Sehr., Bd. V, S. 545.
3) Int. Ztsehr. f. PsA. IV, 1916/17, S. 71.
4) Int. PsA. Verlag 1924.
5) Vgl. aueh : Spontanheilung einer Katatonie. Int. Ztsehr. f. PsA. II, 1914, S. 441.
Sexualfunktion und Ernährungsfunktion sind im Saugeakt miteinander verknüpft.