You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das Buch von Walter Muschg bedeutet nicht nur eine auf tiefenpsychologischem Verständnis beruhende Würdigung des großen Schweizer Epikers und seines Schaffens, sondern zugleich ein Ausgraben der Triebkräfte des heroisch-dämonischen Künstlers als Typus und imponiert als zeitgenössisches Kulturdokument hohen Ranges.
Es war zu erwarten, daß Muschg nach seiner in der Antrittsvorlesung2 geäußerten Überzeugung von der Fruchtbarkeit und Notwendigkeit der Anwendung Fr e u d scher Lehren auf die Literaturwissenschaft, sich selber Person und Werk eines Dichters zum Gegenstand eingehender Analyse nehmen werde. Der Verfasser geht den von der Psychoanalyse vorgezeichneten Weg der Archäologie, der ihn die unbewußten Kräfte des phylogenetischen Erwerbs eines Künstlers aufdecken läßt. Er hat dabei vorab die Funde Freuds und etwa noch diejenigen Bachofens in den Werken und im Leben Gotthelfs als vorhanden nachgewiesen, und dies sogar in einer Reichhaltigkeit und Differenziertheit, die wohl in ihrer Art alle bisherigen Analysen eines Dichters und seiner Dichtungen übertrifft.
Bei einer auch für den Fachwissenschafter ungewöhnlich umfassenden Literaturkenntnis (ungewöhnlich vor allem deshalb, weil wohl zum erstenmal