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Dieser Sonderdruck enthält die Wiedergabe eines Sammelreferats, welches Krueger 1923 auf dem Kongreß für experimentelle Psychologie erstattet hat. Seine methodologischen und programmatischen Erörterungen haben das Ziel, den Strukturbegriff als zentralen Begriff für alle psychologischen Erkenntnisbemühungen hervortreten zu lassen. Er geht von Diltheys Begriff des Strukturzusammenhangs aus und erwägt in sehr allgemeinen Betrachtungen die V orstellungen, welche sich die hauptsächlichsten psychologischen Schulen vom Ganzheitscharakter des Seelischen gebildet haben. Dabei bleibt die Psychoanalyse ausgeschlossen, obwohl sie zweifellos diejenige Psychologie ist, die das meiste und das Belangvollste über seelische Strukturen zu lehren hat.
Krueger möchte den Begriff der Struktur vorbehalten wissen für die dispositioneHen Ganzheiten des seelischen Organismus, die den psychischen Tatbeständen der Erlebnisganzheit und Erlebnistiefe, der Gestaltphänomene und Komplexqualitäten als wirkende Bedingungen zugrunde liegen. „Struktur“ soll kein phänomenologischer Begriff sein, sondern ein Erklärungsbegriff. Von hier aus polemisiert der Autor gegen den „dogmatischen Phänomenalismus“, der schon jede gestaltartige Beziehung von Teilinhalten des Bewußtseins eine Struktur nenne, und fordert Strukturpsychologie im Sinne einer „genetischen Bedingungsanalyse“ des Psychischen. Gegen die Phänomenologen als „verkappte Metaphysiker“, speziell gegen Husserl, wird geltend gemacht, daß die Strukturen nicht von vornherein unter normativen Gesichtspunkten ontologisch ausgedeutet werden dürften, sondern zunächst einmal empirisch erforscht und auf ihre Gehese untersucht werden müßten. Die seelische Struktur müsse verstanden werden als ein sich entwickelndes Gefüge ganzheitsbezogener Kräfte; als einheitlicher Komplex konstanter Bedingungen liege sie allen Lebensäußerungen zugrunde. So ansprechend diese grundsätzlichen Formulierungen als solche auch sein mögen, sie sind wenig verbindlich, solange nicht ges